KIGA St. Anton an der Jeßnitz 1.Platz

KIGA St. Anton an der Jeßnitz 1.Platz

Gutachterverfahren 01 2019 Neubau Kindergarten St. Anton an der Jeßnitz 1.PLATZ

MITARBEITER: DI Georg Fleiß, DI Daniel Kriwitz

Städtebauliche Einbindung

Der langgestreckte flache Baukörper als Pultdach mit anschließendem großen Garten im Süd und Südosten fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Die gekrümmte, niedrige Form des Flachdachbereiches schmiegt sich den Bachverlauf an. Der Baukörper ist durch die Rückzugsbereiche der Gruppenräume im Galeriebereich und die Aufklappung des Daches im Bereich des Bewegungsraumes als Pultdach konzepiert. Ein offener Vorplatz zum Kindergarten entlang des Parkplatzes im Westen des Grundstückes schafft einen attraktiven Zugang zum Kindergarten.

Zugang und Erschließung

Ein gedeckter, akzentuierter Eingangsbereich führt zum Windfang. Der überdachte Abstellplatz für Kinderwägen, Fahrräder etc. steht den Eltern zur Verfügung. Das zentrale, großzügige Foyer bietet Tageslicht und Ausblick in die durch flache Rampen angeordnete Erschließungszone und schafft einen überraschenden Akzent im Eingangsbereich. Die offenen von oben belichtete Garderoben ermöglichen Ausblicke in den Garten. Eine helle, offene, äußerst attraktive Erschließungszone!

Personal- und Nebenräume

Personalräume und Nebenräume wie Küche und Müllraum sind zum Vorplatz orientiert und schließen unmittelbar an den Eingangsbereich an. Müllentsorgung und Anlieferung funktionieren reibungslos über den Vorplatz. Die Küche liegt zentral und kann ebenso für Veranstaltungen, wie z.B. gemeinschaftliches-, oder gesundes Kochen für die Familien, miteingebunden werden, indem sie mit Schiebeelemente zum Spielflur hin öffenbar ist.

Gruppenräume

Alle 3 Gruppenräume sind zum Garten im Südosten bzw. Süden orientiert. Die Organisation der Garderoben als „Schmutzschleusen“ mit direktem Gartenzugang ermöglicht die Verbindung der Gruppenräume zum Freiraum auf kürzestem Weg! Die Rückzugsbereiche sind räumlich vom Gruppenraum abgesetzt, über einen Luftraum aber so verbunden, dass der Kontakt zum Gruppenraum gewährleistet ist. Darüber hinaus fällt, ähnlich einem Oberlicht, über den Luftraum Tageslicht vom Rückzugsbereich in den Gruppenraum.

Bewegungsräume

Der Bewegungsraum ist 6-eckig in sich ruhend orientiert und auch von oben belichtet: Über die Fassaden die teilverglast sind wird ein Bezug zum Außengarten hergestellt. Die Aufklappung des Daches schafft genügend Luftvolumen für Spiel und Bewegung.

Der überdachte Spielbereich mit sauberem Holzbelag funktioniert als zusätzlicher Bewegungsraum im Freien und kann, falls erwünscht, mit dem innenliegenden Bewegungsraum zu einer größeren Einheit verbunden werden. Die Organisation des Bewegungsraumes und die Synergie mit dem überdachten Spielbereich, in Kombination mit Spielflur und offener Küche schaffen einen ausgezeichneten Rahmen für Veranstaltungen wie Elternabende, ein Sommerfest etc.

Freiräume

Dem Kindergarten steht ein vielfältiges Angebot an Freiräumen zur Verfügung: Neben den großen Gartenbereichen im Südosten bis Südwesten, ausgestattet mit Abenteuer- und Rodelhügel, Sandspielplätzen mit Brunnen, befestigten Wegen und Flächen zum Roller- und Traktorfahren, Klettergerüsten, Rutschen und Schaukeln, bietet der überdachte Spielbereich einen sauberen Freiraum, der mit Hausschuhen benutzbar ist und als multifunktionaler Freiraum auch bei Veranstaltungen mit Sitzstufen flexibel integriert werden kann (z.B. Kasperltheater ect.). Den Gruppenräumen sind schmale Holzterrassen vorgelagert, welche die Räume über die großen Türen zum Garten erweitern und das Spielen im Freien ermöglichen ohne die „Gartenausrüstung“ zu benötigen. Jedem Gruppenraum ist ein kleiner Außenabstellraum für „interne Gerätschaften“ zugeordnet. Der Vorplatz schafft einen attraktiven Zugangsbereich und erleichtert Anlieferung und Müllentsorgung.

Konstruktion und Material

Wir schlagen einen Holzleichtbauweise vor: Bodenplatte in Stahlbeton, die Dachkonstruktion und tragende Wandscheiben in teils sichtbarer Holzmassivbau (KLH). Tragende Bauteile sind auf ein Minimum reduziert um langfristig Flexibilität für Adaptierungen zu ermöglichen.

Gestalterisch wird der Baukörper von drei Materialien bestimmt: Im „Berührungsbereich“ im Erdgeschoß schlagen wir eine hinterlüftete Holzfassade aus imprägnierten Lärchenleisten unterschiedlicher Breite mit vertikalen Fugen vor, welche durch die Fensteröffnungen und Verglasungen unterbrochen und strukturiert ist. Darüber soll ein Zinkblechdach, im Flachdachbereich eventl. ein begrüntes Dach zur Anwendung kommen.

Energieefizienz / Ökologie

Der Baukörper ist im Verhältnis zur Bauaufgabe und Organisation kompakt gehalten. Die Gebäudehülle, speziell Dachfläche (35-40cm EPS plus), erdberührten Bodenplatte und Verglasungen (dreifach Verglasung), ist sehr gut gedämmt. Der Verglasungsanteil ist in Bezug auf erforderliche sehr gute Tagesbelichtung gering gehalten. Bauliche Verschattung mittels Dachüberstand im Bereich der Gruppenräume verhindern sommerliche Überhitzung und ersparen aufwändigen außenliegenden Sonnenschutzsysteme, welche außerdem die freien Ausblicke behindern. Weiters wird eine kontrollierte Belüftung (Quellluftsystem, Führung im Bodenaufbau, Leichtbauwänden und abgehängten Decken in WCs) mit Wärmerückgewinnung vorgeschlagen. Die Vortemperierung der Frischluft leistet geringfügige Kühlung im Sommer. Die Wirtschaftlichkeit der kontrollierten Be- und Entlüftung wird ebenso zu prüfen sein wie eine Solaranlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung und ist abhängig von den Fernwärmekosten. Kollektoren könnten in den südwest- und südostorientierten Schrägflächen des Pultdaches gestalterisch sehr gut im Baukörper integriert werden. Eine Regenwassernutzung mittels Sammlung in Zisterne für Gartenbewässerung ist vorgesehen. Das Flachdach ist eventl.extensiv begrünt.

Baubeginn Herbst 2019